Krisen und diverse Megatrends halten aktuell, und wahrscheinlich auch zukünftig, Unternehmen in Atem. Die Beachtung und kritische Reflexion dieser Trends und Krisen sowie deren aktuelle und zukünftige Bedeutung für das eigene Unternehmen sollte zu den „Hausaufgaben“ des Top-Managements gehören. In vielen Unternehmen, aber eben nicht in allen Unternehmen, geschieht dies auch. Allerdings treffen diese Trends und damit verbundene Herausforderungen auf eine betriebliche Realität, die sich, sofern strategisch oder operativ notwendig, diesen stellen und operativ umsetzen muss.

Diese betriebliche Realität ist durch bestehende und etablierte Prozesse, unterschiedliche Geisteshaltungen, Managementsysteme, Technologien usw. gekennzeichnet. Sie bilden die Basis für notwendige Veränderungs- und Implementierungsprozesse und diese sind, da führt kein Weg dran vorbei, zu berücksichtigen. Um erfolgreich zu sein bzw. zu bleiben, gilt es für das Top-Management notwendige Verbesserungen/Veränderungen zu identifizieren und deren Notwendigkeit anzunehmen und in den Alltag eines Unternehmens, bestehend aus Technik, Organisationsstrukturen, Personalressourcen usw., zu integrieren.

Die „analoge“ Basis

Im Rahmen unseres Podcast haben wir uns bereits ausführlich mit der „analogen“ Basis beschäftigt, d.h. mit den Prozessen, der Unternehmenskultur, der Führung, den Managementsystemen, möglichen Verbesserungsmethoden usw. (beispielhaft seien die Podcastfolgen #27, #18, #14, #13, #11 benannt). Die „analoge“ Basis muss bzgl. ihrer Stärken und Potenziale bekannt und am besten in einem „ordentlichen“, d.h. zielführend strukturierten Zustand sein. Ausführungen hierzu finden sich in den genannten Podcastfolgen und in vorhergehenden Blogeinträgen.

Der Change

Anstehende Veränderungsprozesse setzen logischerweise immer am Ist-Zustand an und versuchen ihn in einen (besseren) Soll-Zustand zu überführen. Wenn die Ausgangsbasis aber nicht hinreichend bekannt ist und beachtet wird, können Veränderungsprozesse nicht zielführend ihre Kraft entfalten. Das auch Veränderungsprozesse professionell gemanagt werden müssen, haben wir u.a. in den Podcastfolgen #38 und #39 behandelt.

Digitalisierung nachhaltig umsetzen – Eine Diskussion aus der Unternehmenspraxis

Zu den aktuellen Megatrends zählt u. a. die Digitalisierung, welche wir nach ca. 1,5 Jahren (#1+2 Digitalisierung im Mittelstand) erneut in den Fokus unserer Podcastfolgen gestellt haben.

Mit Blick auf die Unternehmenspraxis und den Megatrend „Digitalisierung“, welcher u.U. vielschichtige Veränderungen notwendig macht, haben wir uns in den Podcastfolgen #41+42 erstmalig mit zwei erfahrenen Fachexperten (Jürgen Dörich & Jens Harde) ausgetauscht. Aus dem Gespräch sind zwei Podcast-Folgen entstanden, welche die unternehmerischen Herausforderungen, sowie Chancen und Risiken der Digitalisierung aus einer Umsetzungssicht in den Mittelpunkt der Diskussion stellen. Dabei teilen beide Gesprächspartner ihre Erfahrungen und Lerneffekte in Bezug auf verantwortete bzw. begleitete Digital Change Projekte.
In den beiden Folgen werden zum einen die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Digitalisierung diskutiert und zum anderen steht die Umsetzung der Digitalisierungsthemen, u.a. in Form von Ansätzen, Bereichen und Beteiligten, im Mittelpunkt des Gesprächs. 

Hinweise zu den im Rahmen der Podcastfolgen erwähnten Themen:

Das angesprochene Digitalisierungsprojekt, d.h. inklusive Benchmarking, Netzwerktreffen usw., startet Anfang 2023. Im Dezember wird es hier detaillierte Informationen zum Projekt geben.

Das im Rahmen des Podcast erwähnte Thesenpapier enthält die folgenden arbeitspolitischen Thesen (Quellenangaben s.u.):

  • Ohne Produktionsarbeitsplätze in Deutschland gibt es keine Wohlstandsbasis.
  • Das Produktivitätsniveau in Deutschland ist zur Sicherung der Arbeitsplätze nicht ausreichend.
  • Nicht einzelne Arbeitsplätze konkurrieren, sondern Prozessketten und Netzwerke.
  • Der deutsche Weg der Arbeitsorganisation hat die Produktivitäts- und Qualitätsprobleme mit verursacht.
  • Der Rationalisierungsprozess ist organisatorisch nicht ausreichend verankert.
  • KVP und Leistungsstandards sind nicht ausreichend verkoppelt.
  • Es gibt in der Industrie zu wenige einfache Jobs. Die vorhandenen werden zu hoch bezahlt.
  • Konzentration auf die Wertschöpfung.
  • Systematische methodenbasierte Rationalisierung.
  • Geführte Gruppenarbeit.
  • Anforderungsgerechte Stellenbesetzung.
  • Personalentwicklung und Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit.
  • Zeitorganisation.

Gryglewski, Stefan: Sicherung von Produktionsarbeit in Deutschland; Reformbedarf der arbeitsorganisatorischen Leitbilder. In: Zeitschrift für Arbeitswissenschaft (2007), Heft 1.

Gryglewski, Stefan (2005): Sicherung von Produktionsarbeit in Deutschland. Reformbedarf der arbeitsorganisatorischen Leitbilder. Vortrag bei der Fachtagung „Arbeitsorganisation der Zukunft“ des Instituts für Arbeitswissenschaft (IAW), der RWTH Aachen und der Deutschen MTM-Vereinigung e.V. am 15. September 2005 in Aachen.

Gryglewski, Stefan (2007): Arbeitswissenschaftliche Leitlinien? Die Position der Arbeitgeber. Vortrag auf dem 53. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft e.V. (GfA) „Kompetenzentwicklung in realen und virtuellen Arbeitssystemen“, 28.2.-2.3.2007 in Magdeburg.

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